Haibike Hero Andi Wittmann
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Ein Sturz zerstört Andi Wittmanns Biker-Dasein – und bringt ihn ganz anders wieder auf die Beine

Sturz und Vorurteil

Er ist einer der weltbesten Dirt-Biker, hält mit 5,60 Metern den Hochsprung-Weltrekord, organisiert Bike-Events und ist so fit, dass er ins Enduro-Renngeschehen einsteigen will. Bei einem Testsprung in Ruhpolding am 01. August 2015 passiert das eigentlich Undenkbare: Andi stürzt aus fünf Metern Höhe ab und rammt senkrecht in den Betonboden. Innerhalb von Sekundenbruchteilen werden seine Füße derart deformiert, dass sie „von Schuhgröße 44 auf Kinderschuhgröße“ schrumpfen.

Schmerzen und der Kampf zurück

Unvorstellbare Schmerzen, unzählige Brüche, vier Monate im Rollstuhl. Sein Leben als Bike-Profi scheint dahin. Es folgt eine Zeit voller Schmerzen, Frust und Tränen. „Ich war in einer richtigen Scheiß-Situation, und da wollte ich mich doch nicht noch drin rumsuhlen. Also schaust halt, was geht.“ Und wie es ging! Andi bekommt von einem querschnittsgelähmten Sportler-Kollegen einen speziellen Rollstuhl – und fährt bald Stufen rauf und runter, ebenso wie Wheelies. Er besorgt sich ein Handbike und kurbelt sich fit. Und als er schließlich wieder stehen kann, wagt er sich an eine Sache, die er stets abgelehnt hat: Andi setzt sich aufs eBike.

Haibike Hero Andi Wittmann - Zitat
"Besonders den Frauen in dieser doch männerdominierten Sportart möchte ich zeigen, dass alles möglich ist."

Helene Fruhwirth // Downhill Racerin

DIE BEFREIUNG: DAS eBIKE

Und das, obwohl er das eBike wirklich kategorisch ablehnte. Andi erzählt, wie er einmal gegenüber Kollege Guido Tschugg äußerte, dass er niemals auf ein eBike steigen würde. Doch der Sturz verändert seine Perspektive. „Das war für mich anfangs vor allem mentale Unterstützung. Ohne Hilfe anderer auf den Berg, in die Natur, wann ich will. Man kann total befreit auffahren. Das kam mir vorher überhaupt nicht in den Sinn. Ich bike ständig irgendwelche Wege und Trails, ohne zu wissen, ob sie überhaupt irgendwo hinführen. Du fährst rum, probierst aus, entdeckst ganz befreit neue Sachen.“

NOCH EINE ENTDECKUNG: DAS eBIKE ALS TRAININGSGERÄT

Quasi durch die Hintertür entdeckt er das eBike auch als Trainingsgerät. „Ich kann jetzt Grundausdauer am Berg steuern! 2.500 Höhenmeter im perfekten Pulsbereich und dazu Techniktraining auf den Trails. Ich hätte niemals gedacht, dass das Bike so brutal agil ist. Man hat null das Gefühl, dass da ein störender Klumpen dranhängt, und die Geometrie ist der Wahnsinn.“ Er fährt schon wieder im nahen Bikepark am Samerberg, macht „kleine Hüpfer“ – und hört sich die Sprüche an, die er einst selbst an eBiker verteilte.

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Haibike Hero Sam Pilgrim

Sam Pilgrim

Der Bike-Profi startete seine Dirt Jump Karriere schon früh im Alter von 14 Jahren. Seitdem fährt er bei internationalen Wettbewerben ganz vorne mit: 2011 gewann er den Red Bull District Ride in Nürnberg, 2013 holte er den Gesamtsieg bei der Freeride Mountainbike World Tour. 
Haibike Hero Max Semsch

Maximilian Semsch

Er steigt nach dem Abitur aufs Fahrrad und radelt einfach so von München nach Singapur. Ohne Training, ohne große Vorbereitung. Seine zweite Tour führt ihn nach Australien, genauer gesagt: rund herum. Es wird mit 16.000 km die bis dahin längste eBike-Tour.